Es geht los: Reise Romanshorn-Lübeck, Jessi und Amyra

Völlig müde, aber wohlbehalten ist die ganze Familie in Lübeck wieder vereint.

Amyra und ich sind mit Bus, Bahn und Flugzeug am Mittwoch 27.04.2016 gereist.

Christian fuhr einen Tag später mit dem vollgepackten Mietwagen VW Touran die ca. 920km zu uns in den Norden.

 

Jessis und Amyras Reise

 

04.00 Uhr, Aufstehen Jessi

Wirklich viel geschlafen habe ich diese Nacht auch trotz dem Baldrian forte nicht. Die Weckzeit war für 04.30 Uhr geplant. So habe ich noch 30 min entspannt und auf Youtube entspannende Videos angeschaut.

Noch kurz duschen und Haare waschen vor 05.00 Uhr stand auf dem Programm, dann schnell runter um den vollgestopften Koffer zu schliessen und den Rucksack zu packen.

Unsere Trinkflasche wurde noch mit originalem Bodensee-Wasser aus unserem Wasserhahnen abgefüllt. Lange werden wir kein solch frisches und leckeres Wasser direkt aus der Leitung trinken können.

Hunger? Nur mässig. Ein letztes Stück Schweizer Schoggi hat geholfen.

Ach ja genau, der Kindersitz musste noch im Mietwagen befestigt werden.

05.40 Uhr, Aufstehen Amyra

Amyra noch völlig zerknirscht und schlaftrunken, war kaum zu wecken.

Ihre Milchflasche trank sie eingekuschelt im Wohnzimmer auf dem letzten Kissen, das noch da war.

5 min später, hellwach, flitze sie zwischen den Taschen, Koffern und Abfallhaufen im Wohnzimmer herum und wollte keine Hose anziehen.

Nachdem die Mähne der kleinen Löwin mit einem Haargummi gebändigt war, ging es ab ins Auto.

06.15 Uhr, Transfer zum Bahnhof Romanshorn

Tschüss Haus. Die ersten wenigen Tränchen kullerten über mein Gesicht, da wir eine sehr schöne Zeit im Haus verbringen durften und doch einige emotionale Momente damit verbunden sind: Heimkehr als frisch verheiratetes Ehepaar, Lebensraum der ersten 21 Monaten in Amyras Leben, das Heimkehren nach der Geburt mit einem winzig kleinen Bündel namens Amyra,….

Mir war jetzt schon ganz flau im Bauch.

Christian verstaute meinen grossen Hartschalenkoffer, welcher seine letzte Reise antrat (Du warst stets ein toller und zuverlässiger Begleiter, danke!), im Zug.

06.38 Uhr (5 min Verspätung) - 07.40 Uhr, Romanshorn - Flughafen Zürich, Bahn

Vor dem Einsteigen in den Intercity Zug nach Zürich, knuddelten wir nochmals richtig fest mit Christian. Es flossen wieder einige Tränen meinerseits. Natürlich hatte der Zug, aufgrund technischer Störungen einige Minuten Verspätung.

Während der Fahrt checkte ich zweimal den Flugplan, ob unser Flug, durchgeführt von Germanwings, denn auch wirklich nicht gecancelt wurde. Mein Vater rief mich auf der Fahrt besorgt an und meinte, ich solle nicht erschrecken, falls es am Flughafen chaotisch sei, da mehrere deutsche Fluggesellschaften in Streiks involviert waren.

Amyra entlockte mit ihrer süssen, knuddeligen und fröhlichen Art allen griesgrämigen morgen-muffeligen Pendlern in unserem Zugwagon ein Lächeln.

Pünktlich sind wir dann am Flughafen angekommen.

Für Amyra hiess es ab in die Trage.

Vorne Amyra, hinten der Rucksack. Stets für Gewichtsausgleich sorgen!

Vorne Amyra, hinten der Rucksack. Stets für Gewichtsausgleich sorgen!

Mit der Abgabe des Koffers am Check-In 1 ging alles reibungslos. Eingecheckt hatte ich am vergangenen Montag online.

Ganz ehrlich, durch den Schlafmangel der letzten Tage war ich jetzt schon müde.

Bei der Handgepäckdurchleuchtung und Scanner hatte ich wiedereinmal mehr, den Fehler gemacht und meine Asthmasprays nicht vorher aus dem Rucksack genommen. Es dauerte ewig, bis wir unsere sieben Sachen nach der Kontrolle zusammen hatten. Die Schale mit dem Rucksack, Trage, Gurt, Handy und Amyras Schnuffel-Hasi wurde knallhart aussortiert und ausgeräumt. Alles wurde vom Zöllner schön ordentlich ausgepackt. Amyra schrie unterdessen lautstark im Sekundentakt: “Hasi, Hasi, Hasi.” Mit meinem schönsten Lächeln bat ich den Beamten uns den Stoffhasen doch mittlerweile auszuhändigen, denn Amyra war schon in Begriff einen Mega-Aufstand herbeizuführen und brüllte unentwegt neben meinem Ohr. Danach verbreitete sich blitzschnell Ruhe und ein entspanntes kleines Gesichtchen war zu sehen.

Der Zöllner fragte am Ende: “Hatten die Sachen im Rucksack eine Bestimmte Ordnung?”

*seufz*

09.05 Uhr, Flughafen Zürich - Hamburg, Flughafen

Wir hoben pünktlich ab. Vorab habe ich Amyra alles erklährt, auch dass es beim Start laut und schnell wird. Völlig fasziniert schaute sie aus dem Fenster und grinste bis hinter beide Ohren. Ihr persönlicher Favorit war der Durchbruch durch die Wolkendecke und dann der Blick auf die Wattenbäuschel-Landschaft von oben. Sie klebte förmlich an der Scheibe.

Während dem Abflug verabschiedeten wir uns von den schweizer Häuschen, dem Züri-See, den Wäldern und den Äckern. Bei der Vorstellung nicht zu wissen, wann wir das nächste mal zurück in die Schweiz kommen, überkam mich der nächste kleine emotionale Ausbruch.

Da Amyra beim Autofahren schnell übel wird, hielt ich dauernd eine Kotztüte bereit. Alles überflüssig. Das Mäuschen quietschte den ganzen Flug über vergnügt und hantierte interessiert mit den Bordprospekten und den Gurtschnallen. Ein italienischer Geschäftsmann, der in unserer Reihe sass, suchte sich nach dem Start einen neuen Platz. ;-)

Während dem Flug wurde fleissig gesnackt.

Natürlich war die Bordtoilette besetzt, als Amyra das grosse Geschäft anzeigte. In dem kleinen Räumchen mit dem winzigen Brett (soll ein Wickeltisch sein), ist es eine echte Herausforderung mit schreiendem Kind, voller Windel und Feuchttücher zu hantieren.

Happy landing.

Hamburg Flughafen - Hamburg Hauptbahnhof, S-Bahn

Die Bahnstation am Flughafen war schnell gefunden. Ticket gelöst und ab zum Hamburger Hauptbahnhof.

In der S-Bahn ging dann das grosse Gequengel und Geheule los.Auf halber Strecke sattelte ich Amyra auf den Rücken und den Rucksack auf den Koffer.

12.05 Uhr, Hamburg Hauptbahnhof - Lübeck Hauptbahnhof, Regionalbahn

Am Hauptbahnhof von Hamburg standen wir anfangs auf der falschen Seite. Da gibt es weder Rolltreppen noch Fahrstühle zu den Gleisen. Eine nette ältere Dame hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass am anderen Ende des Bahnhofgebäudes diese vorhanden wären.

Quengelndes Kind auf dem Rücken, Rucksack auf dem Koffer und irgendwo eine Hamburger Currywurst dazwischen eilten wir quer durch die Halle.

Im Zug ist dann Amyra in der Trage (Kokadi Flip Ahoi XL) nach 5-minütigem Schhhhhhh eingeschlafen.

Amyra ist endlich eingeschlafen.

Amyra ist endlich eingeschlafen.

13.22 Uhr, Lübeck Hauptbahnhof - Lübeck Schlutup Mecklenburger Strasse, Stadtbus

Zeitgleich mit der Zugseinfahrt in Lübeck öffnete Amyra ihre Augen und forderte lautstark ihren Hasi.

Mittlerweile scheinte sogar die Sonne.

Irgendwo zwischen Zug – Monatskartenkauf – Stadtbus geschah es: Wir verloren Hasi. Mama war jedoch so fix und alle, dass sie keine Anstalten unternahm diesen zu suchen. Sie wollte nur noch so schnell wie möglich in die Ferienwohnung und schlafen und nahm vor lauter Müdigkeit alle Strapazen auf sich, welche sich ohne das Lieblingsetwas eines Kleinkindes von 21 Monaten mit sich ziehen.

Amyra war trotz des vorangegangenen Schläfchens äusserst überdreht und wollte im Bus herumtollen. Ich wollte nur meinen Kopf niederlegen und dösen.

Nach gefühlten zwei Stunden Busfahrt (Realität 32 min), kramte ich erstmal mein Mobiltelefon hervor und fand dann, dank Google Maps, den richtigen Weg.

14.15 Uhr Ankunft in der Ferienwohnung

Beim Haus angekommen begrüsste mich eine freundliche Vermieterin mit einer Flasche Prosecco und einer Schachtel Ferrero Mon Cheries. Ein Tropfen Alkohol und ich wäre sofort komatös umgefallen.

Christian wäre es einen Tag später bei seiner Ankunft genauso ergangen, daher steht das alkoholische Sprudelgetränk immer noch im Kühlschrank.

Ein erster kleiner Rundgang in der Wohnung bestätigte mir: Alles easy.

Eine sehr grosse geflochtene Kiste voll mit Duplos zog Amyra sofort in Bann.

Ich flänzte mich in eines der Doppelbetten, nachdem das Kinderbettchen mit Gitter, während des von mir vorgenommenen Umbaues, über mir zusammenkrachte. Ich wollte doch nur drei Stangen herausnehmen. Amyra nahm ihre reparierte Festung sofort in Beschlag. Sie hüpfte ohne Ermüdungserscheinungen wie ein Gummiball auf und ab.

Nach einer Stunde im Bett liegend, ein Aug auf Amyra gerrichtet, das andere schlafend, war ich soweit wieder hergestellt, dass wir den ersten Einkauf in Angriff nehmen konnten. Das Wasser hier aus der Leitung schmeckt nicht wirklich gut. Zu Fuss suchten wir den nahe liegenden Supermarkt auf. Mit letzter Kraft schleppte ich die Lebensmittel in unser neues vierwöchiges Zuhause.

Der erste Abend in Lübeck

Erstmal musste ein sättigendes und leckeres Abendessen her. Nach dem Kampf in der neuen Küche, verputzte jede von uns eine unglaubliche Menge an glutenfreier Pasta mit Hackfleisch und Tomatensauce.

Die Tücken der Küche verfolgen uns auch fünf Tage später noch und sorgen für Auas und komische Blicke.

Unser erstes Abendessen in Lübeck.

Unser erstes Abendessen in Lübeck.

Die erste Nacht in Lübeck

Amyra bettfertig zu bekommen, war schon fast ein Kinderspiel. Selbst hat sie mir gezeigt, wo ist die Dusche, WC, etc.

Als ich dann gesagt habe, jetzt gehen wir schlafen, düste sie sofort ins Kinderbettchen und kuschelte sich in ihr aus der Schweiz mitgebrachtes Bettzeug. Natürlich rief sie bis zum Einschlafen nach ihrem Hasi. Ich kuschelte mich halb zerquetscht durch die Gitterstäbe hindurch an sie und schmuste mit ihr in den Schlaf.

Zum Herunterfahren und Abschalten guckte ich noch eine Stunde Online-TV. Während dieser Zeit erschreckte Amyra zwei mal und sass orientierungslos aufrecht da. Eine kurze Beruhigung genügte und sie schlief weiter.

Davon ausgegangen, dass ich  die erste Nacht mit Amyra im Doppelbett übernachten werde und wenig Schlaf abbekomme, war es eine totale Überraschung nur einmal kurz geweckt zu werden um eine warme Flasche Milch zuzubereiten.

Der erste Morgen in Lübeck

Dieser erste Morgen bleibt mir ewig in Erinnerung. Amyra sprach plötzlich zwei neue Worte und sagte mir Bescheid, wann es für sie Zeit wäre aufs Klo zu gehen. Völlig perplex stand ich da. Wir konnten schon seit Wochen aufgrund des Stresses und der Aufbruchstimmung kein windelfrei mehr praktizieren.

Fazit

Die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier im Norden ist unglaublich gross. Es haben mir so viele Personen geholfen mit dem Gepäck, Informationen und weiterem, sodass ich als Schweizerin erstmal echt erstaunt war. Nachher habe ich an diesem mit Emotionen vollgepackten Tag sogar aus Freude und Rührung geweint.

Nordlichter sind sehr offen und haben ein grosses Herz.

Alleine mit einem Kleinkind zu reisen ist super anstrengend, aber machbar.

Das Lieblings-Kuscheltier des Kindes immer aber auch immer irgendwie festzurren, am Gepäck oder dem Kind.

Ohne unsere  Kokadi Flip, Ahoi XL wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Es war eine gute Entscheidung vor der Abreise Geld in eine neue und vor allem grössere Trage zu investieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jessica

Jessica

Capitana @ SY Laya, Mommy, Labortussi, Funkerin, responsible for all medical questions
Jessica

5 Replies to “Es geht los: Reise Romanshorn-Lübeck, Jessi und Amyra”

  1. Schön, zu lesen, dass ihr gut angekommen seid! Das ihr Hasi verloren habt ist natürlich ein Drama – wir möchten Amyra gerne einen Ersatz-Hasi mit auf den Weg geben… Wisst ihr, was für ein Hasi war? Ansonsten gibt es einen “Ersatz-Nicht-Hasi”…

    1. Guten Abend liebe Sabine
      Es ist total nett von dir, Amyra einen Ersatzhasi zu spendieren. Wir hatten das Glück, noch einen zweiten zu haben, welchen Christian Tags darauf mitbrachte aus der Schweiz. Leider gibt es ihren originalen Hasi nicht mehr. Wir haben über amazon eine Hasina bestellt und schläft heute die zweite Nacht damit, da der Bruder Hasi in der Werft total schwarz wurde und ab in die Waschmaschine ging. So ganz 100%ig hat sie Hasina noch nicht akzeptiert, aber das kommt noch.
      Wissend, dass wir sicher irgendwann mal wieder einen verlieren, nehmen wir gerne nochmals einen ins Sortiment auf. ;-) Habe gerade gesehen, es gibt ihn wieder zu kaufen: Hasi
      Ihr Schmusetier ist seit den letzten Wochen extrem wichtig für sie.

      Heute Abend werde ich noch eure Website durchforsten und den einen oder anderen Blogeintrag lesen, zur Entspannung. Ich finde es spannend und bereichernd am Leben anderer Segler mit grossartigen Ideen und Projekten teilzuhaben.
      Grüss dich
      Jessica

  2. Hallo zusammen!Das freut mich,das ihr gut angekommen seid.Nun wünsche ich euch noch eine gute Zeit.Liebe Grüße.Corinne Fehr

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