Jessis neue Augen

Am 17.11.2015 fing für mich ein neuer Lebensabschnitt an.

Keine Brille und keine Kontaktlinse mehr. Am Morgen aufstehen und nicht nach der Brille suchen. Einschlafen ohne vorher die Kontaktlinsen rauszufischen. Kein: Mist, jetzt habe ich vergessen Kontaktlinsen nachzubestellen.

Klingt gut? Ja, es ist einfach überwältigend schön. Jeden Morgen nach dem Aufwachen freue ich mich auch heute, einen Monat nach der Operation, über diese neu erworbene Freiheit.

Am Dienstagvormittag (17.11.2015) ging ich in die Augentagesklinik Dr. Spirig (St. Gallen) und lies mir Artisanlinsen implantieren.

Der Eingriff war so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein eigenartiges Gefühl, wenn jemand in den eigenen Augen mit dem Skalpell hantiert. Doch durch das Vertrauen in den Operateur und das Team fiel es mir leicht die Geschehnisse über mich ergehen zu lassen.

Aus verschiedenen Gründen habe ich gleich bei beiden Augen gleichzeitig die Linse implantieren lassen. Nach der OP wurde ich von Christian nach Hause geführt, da ich die Augen nicht mehr öffnen konnte und äusserst Lichtempfindlich war. Ausserdem war mir übel. Zuhause angekommen, verkroch ich mich mit Musik und Hörbüchern in das absolut verdunkelte Schlafzimmer. Für ein kleines Nachtessen stand ich kurz auf. Nach der 2. Schmerztablette konnte ich dann die ganze Nacht schlafen. Für die Nacht trug ich zwei Augenschalen, sodass die Augen während des Schlafens geschützt waren.

Ja natürlich hatte ich Schmerzen, Kopfweh, Augenbrennen und einen eigenartigen Druck in den Augen. Doch es war auszuhalten und damit habe ich auch gerechnet und konnte es so gut überstehen.

Am Morgen danach sah ich nur sehr verschwommen. Nach der Verbandsentfernung in der Klinik konnte ich nur schemenhaft sehen, doch der behandelnde Arzt war sehr zufrieden.

Das Verschwommene verschwand von Tag zu Tag. Für meine Geduld natürlich viel zu langsam und einst dachte ich sogar: Ich werden nie wieder scharf sehen! Zusätzlich wurden alle Lichter (Lampe, von Autos,…) gebrochen und ich sah nur noch Strahlen nachts. Da war ich doch etwas nachdenklich und dachte: War es denn wirklich die richtige Entscheidung?

Die drei Wochen nach der OP sah ich aus wie eine Zombie und die ersten vier Tage ging ich nur mit Sonnenbrille ausser Haus. Meine blutunterlaufenen Augen sahen doch sehr beängstigend aus.

Anfänglich suchte ich nachts und morgens dauernd meine Brille auf der Lehne des Betts und wollte abends meine Kontaktlinsen entfernen. Die Bewegungen und Abläufe waren in mir, seit dem 13. Lebensjahr, absolut automatisiert. Eine Brille trug ich seit der Einschulung. Zu den Kontaktlinsen musste ich zusätzliche eine Brille tragen. Meine Augenkorrektur ist ca. -10 Dioptiren.

Heute, fünf Wochen danach, kann ich überaus gut sehen und brauche keine zusätzliche Sehhilfe. Es ist ein äusserst schönes neues Lebensgefühl, das mich täglich mehrmals erfreut. Ich möchte es nie mehr missen.

Für mich und unser Projekt “meer leben” bedeutet es eine grosse Erleichterung:

  • Keine Brillen, die kaputt sein können: sich draufsetzen, Transportschaden, Kleinkinder lieben Brillen als Spielzeug,…
  • Keine Kontaklinsen, Brillen, Linsenmittel, etc. unterwegs organisieren.
  • Während der Wachablösung keine mühsamen Verrenkungen anstellen müssen um jedesmal bei Seegang die Kontaktlinsen einzusetzen und danach wieder rauspulen.
  • Eine gute ungeschliffene Polarsonnenbrille tragen, die nahe anliegt und kein Wind ans Auge lässt.
  • Kein Mitschleppen von Kontaktlinsen, Brille und Linsenmittel, während dem Flug, bei Übernachtungen etc.
  • Sich einfach unglaublich frei fühlen. Spontaner leben.

Seit meiner Kindheit habe ich mir fest vorgenommen, falls es irgendwie möglich wird, meine Augen operieren zu lassen, den Eingriff vorzunehmen. Gegen das Lasern hatte ich stets eine innere Abneigung, es kam also nicht in Frage. Vergangenen Sommer (2015) wurde ich während der Seglerfahrtenwoche auf das Artisanlinsenverfahren aufmerksam gemacht. Sofort rief ich eine Woche später in der Klinik an und bekam einen Beratungstermin zur Voruntersuchung.

Wer ein bisschen Mut hat und das nötige Geld in sich und ein tolles Gefühl investieren möchte, dem kann ich die Artisanlise wärmstens empfehlen.

augenarzt11_2015

 

Jessica

Jessica

Capitana @ SY Laya, Mommy, Labortussi, Funkerin, responsible for all medical questions
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