Jessis Resümee der ersten 7 Tage in Lübeck

Wieso schiebst du deinen
TRAUM
auf die lange Bank?

Hier ist die Lösung!

  • Viel Schiff mit noch mehr Ausrüstung für kleines Geld!
  • Geringe Unterhaltskosten = perfekt für kleine Budgets

Hui, heute vor einer Woche sind wir angereist. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Wiederum kommt es mir vor, als wären wir bereits Wochen hier.

Die Menschen sind sehr hilfsbereiter und lockerer drauf, als ich das aus der Schweiz kenne.

Die Stimmung auf dem Werftgelände ist prima und entspannt. Es fühlt sich an, wie eine grosse Familie oder Gemeinschaft. Die Leute sind herzlich und man hilft sich gegenseitig. Jeder schenkt dem anderen ein Lächeln. Klingt total kitschig, ist aber so. Alle werkeln an ihren Schiffen. Bis jetzt habe ich mich auch nicht einmal gestört oder gar fehl am Platz gefühlt .

Unsere Laya, nach sechs Monaten wiederzusehen, war speziell. Sofort spürte ich ihre Vibes (wie beim ersten mal) und hatte ein freudiges Kribbeln im Bauch. Hallo Zuhause. Erschrocken bin ich über den ganzen verfl… Dreck, der sich über die Zeit im Freien überall festgesetzt hatte. Es roch so gar nicht nach ihr. Heute Mittag war ich dann endlich fertig mit dem Decks- und Cockpitputz und unsere Lady duftete altbekannt. Sofort verbreitete sich Entspannung in mir. Das war die sechs blauen Flecken am linken Bein wert.

Grün ist immer noch meine Anti- und Gruselfarbe. Wie viele Stunden habe ich jetzt Vermoosung und Grünbelag angeguckt und eliminiert?

Für Amyra ist die Werft mit dem ganzen Umschwung ein riesen Spielplatz mit allem was ihr Herz begehrt: Klettermöglichkeiten, Gabelstapler, Traktor, Krahn, Wasser, kleine Schätze sind überall zu findenund so weiter. Zu unserem Leidwesen ist für sie alles dermassen spannend, sodass ein Mittagsschläfchen völlig unmöglich ist. Um wieder einen geregelten Schlafrhythmus zu bekommen (die letzten Nächte waren kräftzehrend), arbeitet jeweils nur ein Elternteil am Schiff, das andere bleibt ab Mittags mit Amyra Zuhause. Weiter habe ich über ebay kurzerhand einen alten Buggy für wenige Euros besorgt. Der Testlauf wird morgen sein. Wir erhoffen uns, dass sie sicher ihre 1.5 h Schlaf im abgedeckten Kinderagen machen kann. *daumendrücken*

Ansonsten scheint Amyra mir fröhlicher und noch gewiefter als je zuvor. Ihre sonnige Ausstrahlung lässt jeden schmelzen. Unsere Tochter macht derzeit enorme Fortschritte, motorisch und sprachlich. Die ersten Nächte waren ruhig. Jetzt ist sie jedoch ca. ab 23.00 Uhr gestresst und weinerlich. Wir wisssen nicht genau, wo das Problem liegt: Psychisch/Verarbeitung, Zahnen, Schmerzen, Entwicklungssprung, von allem etwas?

Eines der ersten Wörter die Amyra regelmässig sagte war ganz zu unserer Freude: Laya. Zu unserem Erstaunen kann sie Laya als einziges Wort auch erkennen oder lesen. Man schreibt den Namen auf ein Stück Papier und fragt: Was heisst dieses Wort, oder was ist hier geschrieben? Sie sagt: Laya. Unglaublich! Auf unserer und ihrer Crewbekleidung zeigt sie auf Laya und sagt es auch. Toll und zum Knutschen.

Lübeck ist ein Geocaching-Paradies.

Manchmal ist es für mich echt schwierig “nur” Mami zu sein. Wer mich kennt, weiss, dass ich eher ein rastloser Typ bin und gerne selbst die Dinge in die Hand nehme. Es fällt mir so schwer, neben dem Schiff voller Arbeit zu stehen und mich auf unsere Tochter zu konzentrieren, mit ihr zu spielen oder sie zu bespassen, denn Christian ackert für drei. Weiter will ich nicht die Gallionsfigur an seiner Seite sein. Da war der heutige Morgen (4h) alleine beim Boot und ohne Kind genau die richtige Motivation. So hatte ich am Nachmittag wieder die nötige psychische Ausgeglichenheit um Amyra gerecht zu werden. Wir waren drei Stunden im Wald geocachen und die Natur entdecken. Amyra hat ihre erst Dose gefunden. Herrlich wars. Physisch kann ich vor lauter Muskelkater in den Beinen kaum noch aus der Hocke aufstehen. Falls keine Arbeit ansteht, die neben dem Schiff erledigt werden kann, fahre ich mit Amyra zurück in die Wohnung.

Amyras erster Geocache-Fund.

Amyras erster Geocache-Fund.

In der Natur ist Amyra stets ausgeglichen.

In der Natur ist Amyra stets ausgeglichen.

Amyra liebt Geocachen. Nur will sie alle Dosen am liebsten behalten.

Barfussschuhe eignen sich keineswegs für Leitern. Schon nach einem Tag tat mir der Mittelfuss dermassen weh, dass ich in den nächst gelegenen Schuhladen gerannt bin und mir ein Paar Turnschuhe geholt habe. Ich werde noch so einige Zeit auf Sprossen verbringen. Natürlich waren die günstigsten, die mit den hässlichsten Motiven: Zartrosa Grundfarbe mit farbigen Palmwedeln und Blumen. Gar nicht mein Geschmack. So langsam nehmen sie als Grundton schwarz an. Das ist doch viel besser. :-)

Fast unbemerkt habe ich meine Leiter-Phobie überwunden.

Am dritten Tag hier in der Hansestadt habe ich eine enorme gesundheitliche Veränderung wahr genommen. Ich stand auf am Morgen und konnte befreit durchatmen. Dieser Tag wird Christian nie vergessen, da ich ihm ca. alle 5 min gesagt habe: Wow, ich kann so tief atmen! Innerlich und manchmal auch äusserlich hüpfte ich vor Freude. Es fühlt sich fantastisch an. Vor lauter Beschwerden und Verkrampfung habe ich vergessen wie wundervoll sich Atem anfühlen kann.

Gleich am ersten “Werktag” konnte ich als Christians Wingman (oder besser Wingwoman) den Kontakt knüpfen um den alten Motor für etwas Geld an den Mann zu bringen. Innerhalb von 2 h nach dem ersten Ansprechen war das 24-jährige Teil ruckzuck verladen. Der Käufer versprach mir, uns nach der Revision zu berichten, wo genau das Problem des hohen Ölverbrauches lag. Wir hoffen unser zuverlässiger gelber Vetus findet ein neues Plätzchen und tuckert noch viele Stunden durch die Meere.

In einer der Werfthallen haben wir es uns bereits gemütlich gemacht und häuslich eingerichtet.

Unser Arbeitsplatz und zweites Zuhause in Lübeck.

Unser Arbeitsplatz und zweites Zuhause in Lübeck.

Auf in eine neue Woche und bis bald!

Jessica

Jessica

Capitana @ SY Laya, Mommy, Labortussi, Funkerin, responsible for all medical questions
Jessica

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