Neustadt nach Warnemünde – Logbuch

Neustadt – Warnemünde

 

Ausgangshafen
Deutschland, Neustadt, Stadthafen, Steg/Platz H16
Zielhafen
Warnemünde, Hohe Düne, Steg/Platz B 58
Datum, Wochentag
10.06.2016, Freitag
Leinen los
07.45 Uhr
Leinen fest
17.30 Uhr
Wind
Westwind, 9-22.8 kn
Welle
05.-2.2 m
Wetter
sonnig bis bewölkt
Segelführung, Kurs
Zwei Kursänderungen, Raumwindkurs, Gross 2. Reff, Genua 2/3 mit Ausbaumer.
Motor
10.1-11.1 h
Log
52.7 nm
Ausfälle, Materialverlust, Verbesserungspunkte
Autopilot musste nach gut der halben Strecke ausgeschaltet werden. Er meldete eine Missweisung von über 170° und die Pinne fuchtelte wie wild im Cockpit umher. Leider hat Jessica als erster Reflex die Pinne in die Hand nehmen wollen um eine Halse zu vermeiden (bei Raumwindkurs) und sich dabei das Handgelenk leicht gestaucht. Der Autopilot war stärker. Eine Halse gabs nicht und wir hatten von Anfang an einen Bullenstander montiert. Der Rest der Strecke wurde von Hand gesteuert.
Das zweite Vorstag sollte dringend bei Nichtgebrauch nochmals irgendwie anders festgemacht werden. Der Ausbaumer hat einige Abschürfungen abgekriegt vom zweiten Vorstag.
Das Dingi, Bollerwagen und Amyras Fahrrad unbedingt zusätzlich übers Kreuz sichern, am Besten mit Spanngurten.
Wache
Vorwiegend Jessica.
Familie
Amyra, erstes mal Seekrank, vier mal erbrochen, hat viel geschlafen. Hat sich sehr gut geschlagen, kaum geweint oder gequengelt. Tapferes Mäuschen. Lag am liebsten in Ihrer Lotsenkoje, gepolstert mit viel waschbaren Kissen. Homeopathie hat leider wenig geholfen. Wer den ultimativen Tipp hat, um den Kindern die Seekrankheit zu erleichter oder präventiv etwas einnehmen: Nur her damit!
Christian müde, hat viel unter Deck gedöst, etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend.
Jessica hat 90 % der Wache übernommen. Ausser dem gestauchten Handgelenk keine Einschränkungen. War jedoch zu müde um im Hafen die Manöver zu fahren und überliess dies Christian, der dann wieder fit war.
Sonstiges
Es hat uns ein italienisches und ein deutsches Segelschiff gekreuzt. Ausserdem war ein Windjammer/Dreimaster in totalem Grün mit grünen Segeln unterwegs. Ansonsten waren wir alleine unterwegs.
 Fazit
Ohne Autopilot bei 2 m-Welle kräftezehrend.
Laya hat ihren ersten ruppigen Ostseetörn hervorragend gemeistert. Zum Glück kennen wir das Schiff jetzt schon einige Jahre und ihr verhalten in der Welle.
Das Material fällt meistens erst unter grosser Belastung aus. Wir sind froh, diesen Schlag gemacht zu haben und wissen nun, wo es noch Schwachstellen gibt.
Für einen nächsten Schlag dieser Länge werden noch einige Dinge verbessert oder umstrukturiert. Wir sind ja Fahrten- bzw. Blauwassersegler und die wirklich langen Etappen kommen noch, so können wir uns Stück für Stück und Tag für Tag etwas mehr antasten, lernen und uns besser vorbereiten.
Für uns war es der befreiende Schlag überhaupt, alle Personen welche um uns herum gewuselt sind die letzten Tage sind abgereist. Endlich können wir den Start von “meer leben” auch richtig ankommen lassen, nur wir als Familie.
Primär sind wir, vor allem die Erwachsenen müde und erschöpft von den unzähligen Arbeitsstunden der vorangegangenen Wochen. Dies zeigt sich mit Müdigkeit, Schlafdrang und Frieren. Wir wechseln uns auch an Hafentagen tagsüber möglichst ab mit Schlafen und Ausruhen.
Da hatte der Kompass des Autopiloten noch funktioniert und Jessica sass entspannt im Cockpit.

Da hatte der Kompass des Autopiloten noch funktioniert und Jessica sass entspannt im Cockpit.

Amyra ist wamr eingepackt und eingekuschelt in Mamis Armen eingeschlafen. Seekrankheit macht müde.

Amyra ist wamr eingepackt und eingekuschelt in Mamis Armen eingeschlafen. Seekrankheit macht müde.

 

Dieser grüne Dreimaster mit den grünen Segeln konnte ich leider nicht genau identifizieren.

Dieser grüne Dreimaster mit den grünen Segeln konnte ich leider nicht genau identifizieren.

Amyra hat sich nach dem Anlegen sofort von der Seekrankheit erholt und Daddys halbes Hamburgerfleisch (ein riesen Teil) gegessen. Unser kleiner Tornado war zurück. :-)

Amyra hat sich nach dem Anlegen sofort von der Seekrankheit erholt und Daddys halbes Hamburgerfleisch (ein riesen Teil) gegessen. Unser kleiner Tornado war zurück. :-)

Jessica

Jessica

Capitana @ SY Laya, Mommy, Labortussi, Funkerin, responsible for all medical questions
Jessica

4 thoughts on “Neustadt nach Warnemünde – Logbuch

  1. Das Schiff mit den grünen Segeln ist die Alexander von Humboldt II. Kennt man aus der Beck’s Reklame im TV. Viel Glück weiterhin.

    1. Wirklich, die Humboldt II? Den Verdacht hatte ich schon, jedoch meinte ich die Fahrten wurden eingestellt und es läge jetzt irgendwo als Museumsschiff oder so. Cool.

  2. Tolle Zusammenfassung, ich hoffe, ihr findet euren Weg… Konsequent dem Körper Vitamin C zuführen hilft oft gegen Seekrankheit! Alles Gute für euch

    1. Danke Sabine. Jetzt kann ich endlich meine eigenen Fotos posten! Ich habe euch schon immer etwas beneidet, als wir noch in Lübeck festsassen. ;-)
      Dem Vitamin C geben wir auf jeden Fall eine Chance, danke für diese Idee.

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